Chemnitzer Wandersportverein e.V.

25. April 2007

Was wissen Sie vom Porphyr?

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Natürlich weiß der Chemnitzer Normalbürger, dass der rötliche Porphyr, der auch in seiner Stadt verbaut wurde, vom Rochlitzer Berg kommt.

39 Wanderfreunde, unter Leitung des Chemnitzer Wandersportvereins, wollten aber etwas mehr darüber erfahren. So machten sie sich am 24.04.2007 gegen 8.00 Uhr auf und fuhren mit der Citybahn nach Burgstädt, stiegen dort in den Bus Richtung Rochlitz, und in Carsdorf aus. Von dort ging es im Wanderschritt zum Rochlitzer Berg.

Das Erste was sie dort erfuhren war, dass sich einst in einiger Entfernung vom heutigen Rochlitzer Berg ein Vulkanschlot befand. Er stieß riesige Mengen Lava und Asche aus. Ein Großteil davon fiel in seine Nähe und schüttete sich dort zu einem kegelförmigen Berg auf. So entstand vor rund 275 Millionen Jahren der Rochlitzer Berg. Durch Druck und Hitze wurde aus der Aufschüttung Porphyrtuff. Bereits in der Bronzezeit, vor über 3.000 Jahren erkannten unsere Vorfahren, dass sich dieser gut bearbeiten ließ und fertigten daraus Mühlsteine. Dazu verwendete man allerdings zunächst freiliegende Blöcke. Als frühester Beleg für den Abbau in Steinbrüchen gilt die 1105 geweihte St. Kilianskirche in Bad Lausick. Seine Blütezeit erlebte der rote Stein ab dem 12. Jahrhundert, im Zeitalter der Romanik und der Gotik. Es entstanden eindrucksvolle Bauwerke, wie Schlösser, Kirchen, Burgen und Rathäuser.

Der Heimat- und Verkehrsverein „Rochlitzer Muldental e.V.“ hat nun auf dem Berg einen Porphyrlehrpfad errichtet, der alle mit dem Abbau verbundenen Stätten berührt und auch gleich erklärt.

Diesem Pfad folgten wir. Dabei musste ich feststellen, dass ich, der in der Umgebung von Rochlitz groß geworden bin und den Berg selbst schon oftmals besucht habe, über den Abbau bisher nichts wusste. So wird es den anderen Wanderern auch gegangen sein. Jedem Interessierten ist deshalb zu raten, dem etwa 2,7 km langen Lehrpfad einmal zu folgen. Eine kleine Broschüre, die der Verein herausgegeben hat, „Auf den Spuren des Rochlitzer Porphyr-Lehrpfad“ erläutert die einzelnen Stationen.

Bei leichtem Nieselregen ging dann unsere Route vom Berg hinab nach dem etwa 5 km entfernten Wechselburg. Der Weg führte durch Wald und die Auenlandschaft der Mulde. Nach deren Überquerung wanderten wir noch durch den Schlosspark von Wechselburg. Er wurde im englischen Stil angelegt und hat einen außergewöhnlichen und teilweise 200 Jahre alten Baumbestand. Im Park befindet sich eine Grotte, zu der auch Wallfahrten stattfinden.

Das bekannteste Bauwerk der Gemeinde Wechselburg ist aber eine dreischiffige Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrhundert. Im angrenzenden Kloster haben sich 1993 Benediktinermönche aus dem Kloster Ettal in Bayern niedergelassen. Natürlich besuchten wir die Basilika. Von der Kunst der Steinmetze zeugt darin ein rund 750 Jahre alter Lettner aus Porphyr, der von einer sehr gut erhaltenen Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz gekrönt wird.

Da wir bis zur Abfahrt noch ein bisschen Zeit hatten, fanden wir ein kleines Eiskaffee. Die Wirtin schaffte es, trotz des „Überfalls“, jedem der es wollte eine kleine Stärkung zu verabreichen. Zum Abschied spendierte sie der gesamten Wandergruppe eine Tüte Bonbons.

Kurz vor 15.00 Uhr brachte uns dann der Bus wieder nach Burgstädt, wo die Bahn schon auf uns wartete.

15.55 Uhr hatte uns Chemnitz wieder, und 39 Wanderfreunde bedankten sich für den schönen Wandertag. Die Schrittzähler zeigten 10,3 km, aber da die Strecke gemütlich angegangen wurde, haben sie alle problemlos bewältigt.

Joachim du Puits