Chemnitzer Wandersportverein e.V.

6. September 2007

Das waren die X. Internationalen Wandertage des Chemnitzer Wandersportvereines e.V.

Abgelegt unter: Berichte

Julijske Alpe 2007
25. August – 3. September 2007

„Wo sind denn die?“, wurde ich regelmäßig gefragt, wenn ich erzählte, dass ich mit dem Verein in die Julischen Alpen fahre. Deshalb sei erst einmal klargestellt:

Die Julischen Alpen bilden das südöstliche Ende des Alpenbogens, der am Golf von Genua beginnt und sich etwa in seiner Mitte in einzelne Gebirgsketten aufspaltet. Die Julischen Alpen sind das letzte Glied der südlichen Kalkalpen und liegen etwa zur Hälfte auf italienischem und slowenischen Staatsgebiet.


64 Wanderfreunde machten sich am 25. August mit zwei Bussen auf den Weg dahin. Dass es eine lange Tour würde wussten alle. Keiner hatte aber damit gerechnet, dass die Österreicher die B 10 im Bereich des Tauern- und des Katschbergtunnels nur einseitig befahrbar machten. So benötigten wir im Sonnabend- und Ferienrückreiseverkehr 14 Stunden.

Wir kamen aber doch noch in Bovec an. Wie wir bald merkten, wird das Land um Bovec beherrscht vom Triglav, mit 2864 m über NN, Sloweniens höchsten Berg und von der Soca, wohl Sloweniens schönstem Fluss. Erreichbar ist der Ort von Norden bzw. Westen nur über zwei Straßenpässe, dem Predilpass mit 1156 m über NN, den wir mehrfach passierten, und dem Vrsicpass mit 1611 m über NN der höchste Straßenpass Sloweniens. Um ihn zu überwinden muss man 54 Spitzkehren fahren.

Bovec selbst ist ein kleiner Ort. Seine Lage lässt aber ein großes Sportangebot, dass vom Klettern über Wandern, Wildwasserfahren bis zum Segelfliegen und mehr reicht. zu. Dementsprechend ist das Hotel bzw. Zimmerangebot. Wir waren im Hotel „Kanin“ untergebracht und das entsprach wohl allen unseren Ansprüchen.

Gewandert wurde entsprechend der Leistungsfähigkeit in zwei bzw. drei Gruppen. Alle Wanderungen führten durch ein malerisches Gelände, waren anspruchsvoll und verlangten von ihren Teilnehmern vollen Einsatz. So begingen wir den Soca-Weg teilweise von seiner Quelle bis zu seiner Mündung und das bei 36° C, aber am anderen Tag auch bei strömendem Regen, der uns keinen trockenen Faden am Körper ließ. Wir wanderten zu den Quellen und Wasserfällen am Fuße des Kanin. Wir besuchten die Festung Kluze. An dieser Stelle, stand schon 1470 ein Festungsbauwerk.. Seine heutige Gestalt bekam es 1881-83. Es ist sehr gut erhalten und beherbergt ein Museum. Wir fuhren auf den Vrsicpass, genossen erst die Aussicht, dann stiegen unsere Gebirgsjäger noch auf 1807 m über NN auf, ehe alle auf unterschiedlichen Wegen ins Tal abstiegen. Höhepunkt war aber wohl die Fahrt mit der Seilbahn auf den Kanin, von der Talstation mit 436 m über NN zur Bergstation mit 2202 m über NN. Die Wanderungen dort oben waren völlig anders als das was wir bisher erlebt haben. Das Kalksteinmassiv ist übersät mit Kalkschotter, der sowohl beim Auf-, hauptsächlich aber beim Abstieg wohl allen Schwierigkeiten bereitete.

Zwei Ausfahrten hatten wir auch dieses Mal dabei. Die erste führte uns nach Ljubljana, der Hauptstadt Sloveniens. Ein geführter Stadtrundgang durch die Altstadt machte uns mit der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart dieser Stadt bekannt. Danach schlenderten wir durch die Hauptstraßen. Mir fiel dabei auf, dass viel junge Menschen die Stadt bevölkern. In Ljubljana gibt es eine Universität und in Ihrer Umgebung viele Hochschulen.
Die zweite Ausfahrt führte uns zunächst in die Vintgar-Klamm. Sie liegt in der Nähe von Bled. Der Fluss Radovna hat sich hier tief in die Berge eingegraben. Die Hänge sind steil und mit Buchenwald bewachsen. Weitere Besichtigungen fielen dem einsetzenden Dauerregen zum Opfer. So mussten wir nach einem Mittagessen in Bled wieder nach Bovec zurück fahren.

Die Heimreise am 3.9. verlief aber besser. Bis auf die Pausen rollten die Busse immer, so dass wir nach 11,5 Stunden wieder Chemnitz erreichten. Allerdings kamen wir aus einem sonnigen Slovenien in ein nasskaltes Chemnitz.

Nun noch ein paar Angaben zur Statistik: Unsere Gebirgsjäger legten in dieser Zeit 96 km zurück. Sie stiegen dabei insgesamt 1925 Höhenmeter auf und 3000 Höhenmeter ab.
Die Wanderer wanderten in dieser Zeit 63 km, stiegen 580 Höhenmeter auf und 880 Höhenmeter ab. Die dritte Gruppe liegt dazwischen.

Joachim