Chemnitzer Wandersportverein e.V.

24. Oktober 2020

Durch den Colditzer Forst nach Bad Lausik (Route geändert)

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Am 24.10.2020 war eine Wanderroute ab Tanndorf nach Colditz, durch den Colditzer Forst nach Bad Lausick über 23 km geplant.

14 Mitglieder und 7 Gäste fanden sich am Bahnhof ein.

Der junge Zugbegleiter, der unsere Fahrkarten kontrollierte war sehr aufmerksam. Als er erfuhr, dass wir in Döbeln den Anschluss der Muldentalbahn ( Umsteigezeit ist normal 4 Minuten), nutzen wollten, informierte er uns, dass dieser Zug erst 2 Stunden später fährt. Grund war Schienenersatzverkehr und Gleisbauarbeiten. 2 Stunden wollten wir aber auf dem Bahnhof nicht vergeuden.

Eine Entscheidung musste schnell getroffen werden: eine Ersatzwanderung – die Jahnatalroute, fiel mir zum Glück ein. Diese Tour hatte ich, allerdings in zwei Etappen, als Winterwanderung im Februar und März 2019 schon einmal geführt. Der Vorschlag wurde von den Wanderfreunden akzeptiert. Wir blieben also im Zug sitzen und fuhren bis Riesa.

Vom Bahnhof ging es zum Riesenhügel mit dem hochragenden Denkmal der Winterlinde, durch die Innenstadt zur Promenade an der Elbe mit Fähranlegestelle. Kurz danach mündet die Jahna in die Elbe und hier beginnt der Jahnatalweg . Durch den Stadtpark führt er an der alten Klosteranlage vorbei. In ihr befindet sich heute das Rathaus, einige restaurierte Klosterräume als Museum, die Schloßkirche mit Mumien und ein Tierpark. Erwähnenswert sind die drei 20 000 l – Aquarien mit Fischen, die in der Elbe leben. Nun folgten wir den Lauf der Jahna im Schatten hoher, teils sehr alter Bäume, durch Wiesen, über kleine Brücken, durch gepflegte Ortschaften mit bunter Dahlienpracht in den Gärten und immer wieder lässt der Sonnenschein das Herbstlaub golden aufleuchten. Der Weg lässt sich gut laufen und ist mit vielen interessanten Hinweistafeln ausgeschildert. Wir kamen an ehemaligen Rittergütern vorbei. Die Besitzer waren reich, denn diese Gegend, bekannt unter „Lommatzscher Pflege“, wurde die Kornkammer Sachsens genannt. Deshalb sind z.B. in Jahnishausen, Ragwitz und Hof noch ihre ehemaligen prächtige Gebäude und Parkanlagen erhalten. Im Seerhausen wurde 1949 das Schloss gesprengt. Ein grüner Hügel im Park, unter dem sich noch die Überreste des Gebäude befinden, kennzeichnet den Platz, wo es gestanden hat. Wir durchquerten den Park entlang einer prächtigen Buchenallee mit einem güldenen Blätterteppich.

Unser Weg führte weiter in den Ort Jahna. Aus der Kirche mit dem schiefen Glockenturm, Pisa lässt grüßen, trat gerade bei unserem Eintreffen eine Hochzeitsgesellschaft heraus und die Glocken läuteten. Ostrau war den nächste Halt auf unserer Wanderung. Am Ufer der Jahna gab es früher 35 Mühlen. Wenige davon sind erhalten geblieben. Der ehemalige Standort der Esken-Mühle wurde hier zu einem Wanderrastplatz umgestaltet. An dieser Stelle hatten wir schon 22 km in den Beinen und es wäre möglich gewesen, hier die Wanderung zu beenden, da Ostrau einen Bahnhof hat. Da genügend Zeit zur Abfahrt des Zuges war, blieb kein Wanderer hier zurück. So beendeten wir erst nach weiteren 5 km in Zschaitz unsere Herbstwanderung. Das herrliche Wetter und die erlebnisreiche Strecke in schöner Umgebung haben den meisten Wanderern die lange Route erträglich gemacht.

Staunen musste ich über Konstantin, einem 9-jährigen Gast, der ohne zu murren, bis zum Schluss mitgelaufen ist, meist allen anderen mit Begeisterung vorneweg. Mit seinem Opa werden wir ihn sicher mal wiedersehen. Vielleicht steckt in ihm ein zukünftiger Wanderleiter. Mein Dank gilt auch Harald, der wie immer dafür sorgte, dass keiner verloren ging. Auch Frank möchte ich hier lobend erwähnen und danken. Mit ihm an der Seite, hatte ich die Sicherheit, den richtigen Weg zu finden.

Die Wanderung durch den Colditzer Forst ist nur aufgeschoben.

Eure Kristina